GRÜN-GOLD Meldung von Dr. Franz-Peter und Dr Cornelia Schwindling vom 01.06.2004 (PM12/2004)

Ein rasantes Tanzwochenende: Blackpool - Braunlage in 9 Stunden

Ein unglaublich spannendes, aufregendes und Nerven aufzehrendes Tanzwochenende erlebten am vergangenen Freitag und Samstag das Senioren S I Standard-Paar Dr. Franz-Peter und Dr. Cornelia SCHWINDLING von der TG GRÜN-GOLD in Saarbrücken. Hier ihr aktueller Bericht:

Am Donnerstag, 27.6.2004, ging eigentlich alles recht gemütlich los: ab Hahn flog im frühen Nachmittag eine Maschine zunächst nach London Stansted, wo es nach 4 Stunden Aufenthalt dann per Flieger direkt nach Blackpool weiterging. Aber schon beim boarding gate in Stansted wurde uns beiden klar, dass es dieses Jahr kein Honigschlecken geben wird. Neben den amtierenden Weltmeistern wollten nämlich eine Vielzahl italienischer Paare die Maschine in Beschlag nehmen, und diese Paare hatten mindestens zwei interessante Eigenschaften: zum einen waren sie so jung, dass man glauben könnte, die Hauptgruppe habe sich im Datum vertan, zum anderen waren sie uns aus den Weltranglistenturnieren dafür bekannt, dass sie die vorderen, nein, die allervordersten Plätze gerne in Anspruch nehmen.Zum Vergrößern bitte anklicken

So kam denn auch der Freitag, der Tag der Standard-Senioren, und er begann anders, als bisher für Blackpool-Insider gewohnt: es gab für die Standardpaare kein Eintanzen am Vormittag mehr. Also hieß es, sich mental statt physisch auf den Beginn des Turniers um 15:30 Uhr einzustellen. Und wer die Engländer kennt, weiß, dass Richard Gleave dann auch pünktlich um halb vier Heat No. 1 aufruft, in der wir in der 30-köpfigen deutschen Delegation als einzige Vertreter des SLT mit der Startnummer 8 auch direkt tanzen durften. Und es lief erstaunlich gut: 150 Seniorenpaare aus aller Welt von Finnland bis Südafrika und von China bis hin zu den USA kamen in das Seebad Blackpool, um sich mittags von neun und abends von elf Wertungsrichtern, die allesamt Weltmeister oder Zum Vergrößern bitte anklickenBritish-Open-Champions sind, bewerten zu lassen. Unser Ergebnis: 57. von 150 Paaren, gute 90 Paare haben wir hinter uns gelassen, nur 4 Kreuze trennten uns von der 48er Runde, ein äußerst beachtlicher Erfolg, bedenkt man, dass nach Meinung anwesender Trainer bereits in der 48er Runde eine Leistungsdichte war, wie sie in den vergangenen Jahren erst ab dem Viertelfinale zu sehen war. Waltz und Foxtrot hätten für die 48er Runde gereicht, Tango und Quick waren zu schwach. Wir wissen, was wir als Nächstes zu tun haben!

Und was war mit den Italienern: nun ja, das Finale, das Volker Schmitt mit Ellen Jonas als Sieger zeigte, entpuppte sich für Italien als Heimspiel: die Plätze 3,4,5 und 7 gingen an diese wunderschön schwingenden Paare. Es muss doch etwas mit der Pasta zu tun haben.Zum Vergrößern bitte anklicken

Was war neu in Blackpool 2004? Keine Auffälligkeiten in Kleidung oder Frisur, sondern erstens: die Musik unter dem Dirigenten Ashley Frohlick war ein wenig zarter und bisweilen schläfriger als unter Irvine Tidswell, und der Quickstep wurde so langsam gespielt, dass man Waltz darauf tanzen konnte, ein echter Quickstep vom Swing-type, getreu dem Spruch von Peter Eggleton, „don´t hop if you don´t have to hop“. Mal sehen, ob wir so etwas bald auch national und international zu hören bekommen. Zweitens: erstmals in der Blackpool-Historie muß man nicht mehr Wochen warten, um die Details der einzelnen Runden zu erfahren, sondern kann sie unmittelbar im Anschluß an den jeweiligen Wettbewerb im Internet unter www.scrutelle.info und www.blackpooldancefestival.com einsehen. Drittens: Pro Wertungsrichter-Panel wurden zwei Nicht-Engländer eingesetzt: am Tage Luca Baricchi und Tetsuo Kezuka, am Abend John Kimmins und Rudi Trautz. Ich schätze, nicht alle Engländer waren ob dieser Entscheidung von Peter Maxwell „amused“.

Am nächsten Morgen, Samstag 29.6.04, ging es dann um 08:15 Uhr per Flieger nach Stansted zurück; alles war so aufeinander abgestimmt, dass wir um 11:30 nach Hannover fliegen sollten, um dann per Mietwagen rechtzeitig für Zum Vergrößern bitte anklicken17:30 Uhr in Braunlage-Hohegeiss anzukommen. Denn hier hatte der DTV einen (!) Tag nach dem Blackpool-Seniorentag ein Senioren-Ranglistenturnier Standard angesetzt. Und wie es immer so kommt, wenn man es gerade nicht braucht: der Flug wurde um fast 3 Stunden verschoben. We were not amused. Also keine Chance mehr, rechtzeitig zur Rangliste nach Deutschland zu kommen.

Oder doch? Statt bei der verspäteten Air-Berlin Maschine einzuchecken buchen wir schnell um auf Ryanair nach Hahn. Los geht´s um 11:35 Uhr ab London, Ankunft in Hahn um 13:45, schnell durch die BGS-Kontrolle, Gepäckband, Parkplatzgebühr; Glück gehabt, um 14:00 sitzen wir schon im Auto. Unser Navigationssystem zeigt als Ankunftszeit in Hohegeiss 18:45 Uhr an, also 45 Minuten zu spät, das kann niemals gehen, oderZum Vergrößern bitte anklicken doch? Kopfrechnen: wenn wir um 17:30 in Hohegeiss sein müssen, müssten wir um 16:30 in Göttingen sein, bis dahin sind es 340 km von Hahn aus, macht einen Stundenschnitt von 135 km. Das kann eigentlich gar nicht gehen, oder doch? Vielleicht, wenn kein Stau ... , sollen wir es ausprobieren? Also los. ... und es kommt kein Stau. ... und wir stehen vor dem Kursaal in Hohegeiss um 17:29 Uhr, Startbuchabgabe, Umziehen, Klaus Gundlach moderiert schon langsam an, Eintanzen – was ist das?. Schminken  im Auto bei 180 – kennen Sie das? Aus dem Flieger, in das Auto, auf das Parkett: macht jetzt auch nichts mehr: Also auf zum Tanz, darf ich bitten? Ergebnis: besser als Hessen Tanzt oder Blaues Band, raus aus den 50er Plätzen: wir wurden 38. von 55 Paaren, auch hier wieder einziges Paar des SLT.

Und warum machen wir diesen Unsinn? Warum rasen wir wie die Besessenen zum Tanzen in halb Europa herum? Es gibt tatsächlich einen Anlass: wir feiern unser vierjähriges Turnierjubiläum. Vor genau 4 Jahren im Juni 2000 haben wir hier im Kursaal in Braunlage-Hohegeiss, damals nach einem Seminar mit Gitta und Klaus Gundlach, unser erstes Turnier in der D-Klasse getanzt, nachdem wir im Januar 2000 mit dem Tanzsport begonnen haben. Und jetzt dürfen wir in der S I Sonderklasse schon richtig im 1/8-Finale mittanzen. Macht das Spaß? .., ja und wie!

... Und überglücklich fallen wir nach zwei schlaflosen Nächten gegen Mitternacht mitten im tiefsten Harz am Brocken, wo die Hexen sich in den Armen liegen oder besessen ums Feuer tanzen, in den Schlaf. Wetten, dass Blackpool 2005 auch wieder für eine Überraschung gut ist?

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